Erstmals schriftlich erwähnt wurden die Aktivitäten
der Böllerschießer in der Pfarrchronik, anno domini 1877. Hier schrieb MATTHIAS
AMBROSCH folgendes:
„Und so zogen wir unter Glockengeläute und BÖLLERSCHIESSEN in die Pfarrkirche Suetschach ein.“
Damals gab es natürlich nicht nur die
„Oberkrajacher Schiassa“, sondern dieses Brauchtum wurde auch in den
Nachbardörfern wie Suetschach, Matschach (2 Standorte) und Unterkrajach (mit
hölzernen Böllern, versehen mit Eisenreifen) gepflegt.
Eine bedeutsame Rolle spielte für uns Oberkrajacher
im Laufe dieses Jahrhunderts der Standort. Wir mussten einige Wechsel aus
unterschiedlichsten Gründen vornehmen. So befand sich der 1. Schíeßplatz in der
„SCHAUNIG – REBER“, ober dem „LORI“. Geschossen wurde auf dem Felsen, in dem
einige Nischen eingemeißelt waren. In den 20er Jahren kam es aufgrund eines unterlassenen!!
Besuches im Gasthaus Schaunig zum Streit mit der Grundstücksbesitzerin.
Ostern 1925
(von links: Hodnig Paul, Pack,
Moric Franz, Oschegger Pep, Lindl Pep, Kogler Franz, Pack August, Haberz Josa,
Buzzi Hansa, Fister Hans, Kurasch Sebastian, Turk Toni)
Daher musste man zum 2. Platz wechseln, der sich 50 Meter oberhalb befand, unter der sogenannten „NEUEN FRATA“. Bis zum Kriegsbeginn 1939 wurde dieser Platz benützt.
Wegen des Krieges wurde in den folgenden 6 Jahren nicht geschossen, bis man schließlich den Standplatz beim „KURNIGHÜGEL“, wo sich heute der Garten befindet, adaptierte. Dort blieb man bis 1952, um wiederum diversen Baumaßnahmen (in diesem Fall dem Bau der Stromhauptleitung nach Matschach) zu weichen.
Da man doch sehr stark kirchlichen Festen verhaftet war, wandte man sich an den Dorfpfarrer MARTIN SKORIANZ, der schlussendlich die Erlaubnis erteilte, einen Teil des sogenannten „Pfarrwaldes“ als ständigen Schießplatz herzurichten. Dies geschah dann auch, indem man im Lauf der Zeit Platten als Unterlage für die Mörser installierte, diverse Flugdachkonstruktionen (alle in die Natur integriert und aus der Natur geholt!) baute und schon 1953 eines der Denkmäler und Kennzeichen unseres Osterschießens herstellen ließ, nämlich das Kreuz, das von Herrn FRIEDRICH KROPFITSCH aus Ladinach entworfen und gebaut wurde und auch heute noch in Verwendung ist. Die Elektroinstallationen wurden von Herrn GEORG SCHAUNIG ausgeführt. Jeder, der an der Auferstehungsprozession schon teilgenommen hat, weiß um den festlichen Charakter dieses über die Ortschaften Suetschach, Oberkrajach, Ladinach und Unterkrajach (nicht zu vergessen auch für die „GORJANCE“) leuchtenden Auferstehungskreuzes. Um diese Festlichkeit noch stärker zu betonen, werden seit einigen Jahren auch Leuchtraketen verwendet.